Lernplan für Prüfungen erstellen
Ein Lernplan ist ein Kalender, kein Vorsatz. Sechs Schritte, mit denen aus «Ich muss noch lernen» konkrete Termine werden.
Stand: 22. Oktober 2026
Kurz gesagt
Ein guter Lernplan geht rückwärts vom Prüfungstag, teilt den Stoff in kurze Einheiten, verteilt sie über viele Tage und lässt Platz zum Abfragen. Dafür brauchst du keine App. Ein Kalender und zehn Minuten genügen.
1. Termin und Stoff aufschreiben
Notiere den Prüfungstag und alles, was drankommt: Kapitel, Themen, Aufgabentypen. Eine Liste mit zehn Zeilen ist besser als ein Gefühl von «ziemlich viel». Schätze zu jedem Punkt, wie lange du dafür brauchst. Schätze lieber etwas hoch, die meisten rechnen zu knapp.
2. Rückwärts vom Prüfungstag rechnen
Zähle die Tage zwischen heute und dem Vortag der Prüfung. Streiche, was schon belegt ist: Unterricht, Training, Termine, freie Abende. Die Tage, die bleiben, sind dein Platz. Die letzte Einheit liegt am Vortag, der Prüfungstag selbst bleibt frei.
3. In Einheiten von 25 bis 45 Minuten teilen
Teile jeden Punkt in kurze Einheiten. Fokuno nimmt dafür 25 bis 45 Minuten, und das ist eine Vorgabe, kein Naturgesetz. Entscheidend ist, dass eine Einheit klein genug ist, um in zwei Minuten zu beginnen. «Kapitel 4, Aufgaben 1 bis 5» ist ein Anfang, «Mathe lernen» nicht.
4. Verteilen statt büffeln
Verteile die Einheiten gleichmässig auf die freien Tage, statt alles auf die Nacht davor zu legen. Eine grosse Übersicht über zehn Lerntechniken bewertet nur zwei als sehr nützlich: verteiltes Lernen und sich selbst abfragen (Dunlosky u. a., 2013). Für das Behalten von Wörtern und Fakten zeigt eine Auswertung von 839 Messungen aus 317 Experimenten, dass Verteilen das Behalten verbessert (Cepeda u. a., 2006).
5. Abfragen statt wiederlesen
Lies in jeder Einheit nicht nur nach. Schliesse das Buch und versuche, aus dem Kopf zu schreiben, was du weisst, oder löse Aufgaben ohne Lösungsheft. Wiederlesen und Markieren schnitten in der Übersicht von Dunlosky und Kollegen schlecht ab. Das Abfragen musst du selbst tun, keine App nimmt dir das ab.
6. Puffer einplanen
Plane nicht jeden freien Abend. Lass pro Woche einen Abend oder zwei Einheiten leer, als Reserve für alles, was ausfällt. Verpasst du einen Lerntag, verschiebe die Einheit auf einen freien Platz vor der Prüfung, statt sie mit der nächsten zusammenzulegen.
Ein Beispiel
Prüfung am Freitag in zwei Wochen, sechs Kapitel. Zwischen heute und Donnerstag liegen zehn Schultage, vier davon mit Training. Du planst zwölf Einheiten zu 40 Minuten: eine pro Kapitel zum Erarbeiten und eine pro Kapitel zum Abfragen, verteilt auf acht Abende, zwei Abende bleiben frei. Am Donnerstag liegt die letzte Einheit: alle Fragen einmal durchgehen, die Schwächen markieren.
Wenn du es nicht von Hand machen willst
Fokuno macht Schritt 2 bis 4 und 6 für dich: Markierst du eine Aufgabe als Prüfung, verteilt es das Lernen in Einheiten von 25 bis 45 Minuten auf die Tage bis zum Vortag und sucht einen neuen Platz, wenn eine Einheit ausfällt. Das Abfragen bleibt deine Aufgabe. Mehr dazu unter Fokuno für Schule und Studium.
Probier es in deiner Woche aus.
Trag dich ein. Sobald du dran bist, kommt die Einladung mit dem Download.